
«Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält», bemerkte Karl Kraus einmal scharfzüngig. Der Streit um die Psychoanalyse tobt seit ihrer «Erfindung» und die Methode hat, jenseits des therapeutischen Einsatzes, markante Spuren in der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts hinterlassen.
Zürich 1904. Zum Arzt C.G. Jung
in der psychiatrischen Klinik Burghölzli wird die verhaltensauffällige
Russin Sabina Spielrein in Behandlung geschickt. Jung sucht mittels
Traumanalyse nach Hinweisen auf sexuelle Ursachen für die Neurose
seiner Patientin. Er tritt kurz darauf in direkten Kontakt mit seinem
Wiener Lehrmeister Sigmund Freud. Der ist zunächst begeistert vom
Schweizer. Doch dann kommt es über die von Freud betriebene Fixation
aufs Sexuelle zum Zerwürfnis. Der Freudianer Jung wird zum Jungianer,
stellt damit die Autorität der Wiener Vaterfigur in Frage.
Als
Sabina Spielrein zu Sigmund Freud nach Wien geht, der sich ihrer
Faszination ebenso wenig entziehen kann, werden die beiden einstigen
Freunde zu erbitterten Gegenspielern.
Regie:
David Cronenberg, Kanada/Deutschland/Grossbritannien/Schweiz
2011, 99 Min.
mit Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Keira
Knightly, Vincent Cassel
Originalversion mit deutschen Untertiteln
Trailer zum Film