Simin, eine etwa 35-jährige Lehrerin, will den Iran verlassen. Sie hat dazu vor langer Zeit mit ihrem gleichaltrigen Mann Nader ein Auswanderungsgesuch eingereicht, das kürzlich gutgeheissen wurde und nur eine gewisse Zeit gültig ist. Bloss nützt ihr das nichts, da Nader nicht mehr auswandern will, solange er seinen inzwischen schwer an Alzheimer erkrankten Vater pflegen muss. Simin möchte mit der gemeinsamen, etwa 15-jährigen Tochter Termeh trotzdem ausreisen, wozu sie sich aber scheiden lassen und das Sorgerecht erhalten muss. Damit ist Nader allerdings nicht einverstanden und hat Termeh teilweise auf seiner Seite. Zum privaten und juristischen Seilziehen gesellen sich weitere Komplikationen sowohl privater als auch organisatorischer und juristischer Natur, die alle Beteiligten immer wieder zwingen, ihre Strategie anzupassen. Dabei verfolgen alle beharrlich und klug ihre jeweils eigenen Interessen, suchen und finden aber immer wieder Kompromisse, weil die anderen zum Erreichen ihrer Ziele benötigt werden. Die juristischen Gefechte werden ohne Visier ausgetragen, weil keine Rechtsanwälte im Spiel sind, wodurch die Persönlichkeiten der Figuren unvermittelt offengelegt werden.
BERLINALE 2011 – GOLDENER BÄR – Bester Film SILBERNER BÄR – Beste Schauspielerin, Bester Schauspieler, Preis der Oekumenischen Jury
Regie: Asghar Farhadi, Iran 2011, 123 Min.
mit Leila Hatami, Peyman Moadi, Ali-Asghar Shahbazi, Shirin Yazdanbakhsh
Originalversion mit deutschen Untertiteln
Trailer zum Film