Adam, ein katholischer Priester, der erst im Alter von 21 Jahren seine Berufung als Diener Gottes entdeckt hat, lebt in einem Dorf in der polnischen Provinz und hat dort vor allem mit schwer erziehbaren und pöbelnden Heranwachsenden zu tun. Die eindeutigen Avancen von Ewa, einer attraktiven jungen Frau, lehnt er mit den Worten ab, er sei schon vergeben. Doch es ist nicht nur dem Zölibat geschuldet, dass Adam ihre Leidenschaft nicht erwidert. Er weiss, dass er Männer liebt und die Hinwendung zum Priesterberuf auch eine Flucht vor der eigenen Sexualität gewesen ist. Als er Łukasz begegnet, dem merkwürdigen, schweigsamen Sohn einer einfachen Landfamilie, fällt ihm die selbst gewählte Enthaltsamkeit immer schwerer.

Mit ihrem bildgewaltigen, mit Symbolen aus der Passionsgeschichte aufgeladenen Film wagt sich Małgośka Szumowska an das weitgehend tabuisierte Thema der Homosexualität unter Priestern. Dabei erlebt die Hauptfigur, mit ihrer «verbotenen» Lust konfrontiert, Momente des Glücks, aber auch der tiefsten Verzweiflung. Ein Film über die Verwirrung der Gefühle, Verdrängung und Einsamkeit – und die Möglichkeit, vielleicht doch zu sich selbst zu finden.

BERLIN 2013: TEDDY AWARD

Regie: Malgoska Szumowska, Polen 2012, 96 Min., mit Andrzej Chyra, Mateusz Koszciukiewicz, Maja Ostaszewska, Polnisch mit deutschen Untertiteln